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Fakten zum Thema Herzinfarkt

Veränderungen über die Zeit

Entwicklungen über die Zeit von 1999-2014: Ergebnisse des B2HIR zu Qualitätskriterien in der Herzinfarkttherapie

Für die Qualität einer Herzinfarktbehandlung sind neben der Sterblichkeit im Krankenhaus auch die leitliniengerechte Akutbehandlung und Arzneimitteltherapie bei der Entlassung wichtig.

 

Krankenhaussterblichkeit

Hier ist ein erfreulicher Trend zu verzeichnen: die Zahl der Patienten und der Patientinnen, die in den am B2HIR beteiligten Kliniken an einem Herzinfarkt starben, ist in den letzten 16 Jahren gesunken und hat inzwischen ein Plateau erreicht.

Grafik 1: Krankenhaussterblichkeit im B2HIR in %

 

 

Entwicklung von 1999 bis 2014

Gesamt

-

6,9%
Frauen

-

11,0%
Männer

-

3,7%

 

Akutbehandlung

Zur Akutbehandlung des Infarkts empfehlen die medizinischen Leitlinien eine wiedereröffnende Therapie (Reperfusion) des verschlossenen Herzkranzgefässes. Bei der Reperfusion wird unterschieden zwischen einer mechanisch-operativen Eröffnung des verschlossenen Gefässes mittels eines Katheters (percutaneous coronary intervention „PCI“) oder einer medikamentösen Auflösung des Gerinnsels mittels eines Thrombolytikums („Lyse“). Die PCI soll bevorzugt eingesetzt werden, wenn ein Krankenhaus mit einem Linksherzkathetermessplatz schnell erreicht werden kann. Dies ist in Berlin in der Regel der Fall.

Wie anhand der folgenden Daten deutlich wird, konnte der Einsatz der leitliniengerechten Akutbehandlung der Herzinfarktpatientinnen und -patienten im untersuchten 16 Jahreszeitraum beachtlich gesteigert werden.

 Reperfusionstherapie

 Grafik 2: Wiedereröffnende Therapie für Patienten mit ST-Hebungsinfarkt (STEMI) im zeitlichen Verlauf in %

 

 

 

Entwicklung von 1999 bis 2014

Reperfusion

+

22%
nur PCI

+

74%
Primäre Lyse

-

50%

 

Zeit von Klinikankunft bis Katheterintervention

Die Zeit zwischen Klinikankunft und Katheterintervention (door to balloon time), die nach den Leitlinien für die Gruppe der Herzinfarktpatienten mit ST-Hebungsinfarkt bis 2012 unter 90 Minuten liegen sollte (seit 2013 unter 60 Min.), konnte über die Jahre reduziert werden und betrug 2013/2014 im Median 63 Minuten für die mit Notarztwagen erstversorgten Patienten.

 Grafik 3: Zeit zwischen Klinikankunft und Katheterintervention für Patienten mit ST-Hebungsinfarkt (STEMI) im zeitlichen Verlauf in Minuten (Median)  

 

 

 

Entwicklung von 2005 bis 2014

Door to balloon time

-

28 Minuten

 

Entlassung

Entlassungsmedikation

Bei Entlassung der Patienten und Patientinnen aus dem Krankenhaus wird in den Leitlinien eine Medikation mit Thrombozytenaggregationshemmern (ASS/Clopidogrel), Beta-Blockern, ACE-Hemmern bzw. AT1-Blockern und CSE-Hemmern empfohlen. Auch für die Entlassungsmedikation konnte gezeigt werden, dass die Patienten und Patientinnen inzwischen wesentlich häufiger entsprechend den Leitlinien behandelt werden.

 

Grafik 4: Medikamentöse Therapie bei Klinikentlassung im zeitlichen Verlauf in %
 

 

  Entwicklung von 1999 bis 2014

  ASS

+

7%
  Beta-Blocker

+

11%
  ACE-Hemmer/AT1-Blocker

+

15%
  CSE-Hemmer

+

46%

 

Zusammenfassung

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass im Rahmen der Aktivitäten des B2HIR eine Zunahme an leitliniengerechter Therapie bei Aufnahme bei gleichzeitiger Abnahme der Krankenhaussterblichkeit, sowie eine Zunahme der leitliniengerechten Therapie bei Entlassung für alle Patientinnen und Patienten gezeigt werden konnte.