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Pressestimmen

 

Artikel G&G Spezial 4/2013: Bei Herzinfarkt vorbildlich versorgt

Artikel aus dem "Tagesspiegel" vom 29.11.2011: Bei Herzinfarkt vorbildlich versorgt

Gemeinsame Presseerklärung von Berliner Herzinfarktregister e.V. und der Ärztekammer Berlin, Berlin , 20. Sept. 2010:

      Erstklassige medizinische Versorgung von Herzinfarktpatienten in Berlin durch kollektives Lernen

Ausschnitt aus der Bild vom 21.09.2010: Berliner sterben seltener an Herzinfarkt

Artikel aus der Berliner Ärzte11/2010 (pdf): Qualitätssicherung für Herzinfarktpatienten

Artikel aus der Berliner Ärzte11/2010 (pdf): Herzinfarktregister: Mehr Patientensicherheit durch kollektives Lernen

Ausschnitt aus einem Bericht des Rundfunk Berlin-Brandenburg vom 24.2.2010: Herzinfarkt nicht nur Männersache

Artikel aus der Berliner Ärzte1/2009 (pdf): Exzellente Versorgung von Herzinfarktpatienten in Berlin

Ausschnitt aus der Welt vom 18.11.08:  Berliner Herzmedizin ist Spitze

Ausschnitt aus der Ärzte Zeitung vom 18.11.08: Bei Herzinfarkt stehen in Berlin die Chancen gut

Ausschnitt aus dem Deutschen Ärzteblatt vom 17.11.08: Herzinfarkt: In Berlin niedrigste Sterberate deutschlandweit

Ausschnitt aus dem Berliner Tagesspiegel vom 30.05.06

Ausschnitt aus dem Berliner Tagesspiegel vom 23.11.04

Presseerklärung der Berliner Ärztekammer in Zusammenarbeit mit dem Berliner Herzinfarktregister e. V. 17.11.2004

Ausschnitt aus der "Berliner Zeitung" vom 18.11.04

Ausschnitt aus der "Berliner Morgenpost" vom 18.11.04

 

Herzspezialisten informieren über Infarkt-Risiken

Bessere Chancen für Herzinfarktpatienten!? Informationen des Berliner Herzinfarktregisters anlässlich der Herzwoche 2003
Immer weniger Berliner sterben am Herzinfarkt: Bessere Versorgung in der Klinik

Infarktpatienten gelangen zu spät in die Klinik

Ausschnitt aus der Pressemitteilung der Pressestelle der TU-Berlin, 05/02

Ausschnitt aus "Berliner Ärzte", 1/99

Ausschnitt aus den "Kardiologischen Nachrichten", 06/99

Ausschnitt aus der "Berliner Zeitung" vom 26.4.2000


3. Preis beim Berliner Gesundheitspreis 2013

Infarktversorgung - Wenn jede Minute zählt

Artikel G&G Spezial 4/2013

Bei Herzinfarktpatienten geht es oft um Leben und Tod. Damit sie die bestmögliche Therapie erhalten, haben Kardiologen in Berlin ein Herzinfarktregister initiiert, in dem die Versorgungsdaten aus 19 Kliniken gesammelt und auf Verbesserungschancen abgeklopft werden.

Bei einem Herzinfarkt kommt es auf jede Minute an. Am größten sind die Heilungschancen, wenn der Patient nach internationalen medizinischen Leitlinien versorgt wird. Doch werden die auch umgesetzt? Aufgrund dieser Frage, die sich Kardiologen in Berlin stellten, entstand 1998 das Berliner Herzinfarktregister (BHIR). 

Beachtliches Wissen. Die 19 teilnehmenden Kliniken erfassen in einem pseudonymisierten Fragebogen alle Daten, die für die Versorgung von Herzinfarktpatienten wichtig sind, etwa die Art des Infarkts, eventuelle Vorerkrankungen sowie Angaben zu Therapie und Medikation. Die gesammelten Daten werden an die BHIR Datenzentrale an der Technischen Universität Berlin übermittelt. Seit seiner Gründung wurden so die Daten von 26.000 Herzinfarktpatienten erfasst und analysiert. „Ein vergleichbares Register, das regionale Daten über einen so langen Zeitraum kontinuierlich erhebt, gibt es in Deutschland nicht“, sagt Dr. Birga Maier, Vorstandsmitglied des BHIR. Das Wissen, das dabei zusammengetragen wurde, ist beachtlich. Doch wie kann es die Qualität der Versorgung verbessern? Die beteiligten Krankenhäuser erhalten Jahresberichte, die ihnen ihre Behandlungsqualität im Vergleich zu den anderen Teilnehmern widerspiegeln. Darüber hinaus vergleicht das BHIR die Daten der einzelnen Krankenhäuser auch untereinander. „Wir erheben und analysieren aber nicht nur Daten, sondern agieren auch als Netzwerk. Den teilnehmenden Kliniken bieten wir ein Forum, um konstruktiv über die Ergebnisse unserer Analysen zu diskutieren“, so Birga Maier. „Die wichtigste Voraussetzung dafür ist das Vertrauen, das zwischen unseren Mitgliedern im Laufe der Jahre entstanden ist.“ Im Rahmen des BHIR sprechen die Kliniken trägerübergreifend über Versorgungsprobleme und Initiativen für Verbesserungen. „Der gemeinsame Nenner beim Austausch in dieser Runde ist die bestmögliche Patientenversorgung, - trotz bestehender Konkurrenzsituation. Diese Diskussionen sind ein Grundpfeiler unserer Arbeit“, erklärt Medizinerin Maier. Dabei geht es auch um Fragen, die alle Kliniken betreffen: Etwa warum Frauen im Krankenhaus häufiger an einem Herzinfarkt sterben als Männer oder wie die stationäre Versorgung außerhalb der regulären Dienstzeit der Ärzte aussieht. Die Antworten trägt das BHIR auf Kongressen vor und veröffentlicht sie in Fachzeitschriften.

Neue Ziele. Die Entwicklung seit 1999 zeigt, dass die leitliniengerechte Therapie nach einem Herzinfarkt in den Berliner Krankenhäusern zugenommen hat, während die Sterblichkeit im gleichen Zeitraum zurückging. Momentan stehen die Kliniken und das BHIR vor der nächsten Herausforderung: Laut einer 2012 veröffentlichten Leitlinie beträgt der kritische Zeitraum zwischen der Klinikaufnahme eines Patienten und der Wiedereröffnung verschlossener Gefäße weniger als 60 Minuten. Datenanalysen des BHIR zeigen, dass dieses Ziel am ehesten erreicht wird, wenn ein Notarzt den Patienten erstversorgt und er während der Regelarbeitszeit in der Klinik aufgenommen wird. „Deshalb müssen die logistischen Abläufe außerhalb der Regelarbeitszeit verbessert werden“, formuliert Birga Maier die Schlussfolgerung. Das BHIR hat bereits ein Projekt auf den Weg gebracht, um den kritischen Zeitraum zum Wohle der Patienten zu verringern.

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Artikel aus dem "Tagesspiegel" vom 29.11.2011

Bei Herzinfarkt vorbildlich versorgt

Das Berliner Herzinfarktregister hilft, die Behandlung zu verbessern. Obwohl jede Minute zählt, zögern noch immer zu viele, im Verdachtsfall sofort 112 zu wählen.

Rosemarie Stein, Tagesspiegel vom 29.11.2011

Beim Herzinfarkt zählt jede Minute. Weiß das heute nicht jeder? Nein. Außerhalb des Krankenhauses sterben am Infarkt doppelt so viele wie in in der Klinik. Und doch zögern Betroffene und Angehörige, im Verdachtsfall sofort 112 zu wählen, die lebensrettende Nummer der Feuerwehr. Die heißt noch immer so, obwohl etwa in Berlin nur noch zwei Prozent ihrer Einsätze einem Feuer gelten. 80 Prozent aber sind medizinische oder psychosoziale Notfälle, und bei fast einem Drittel dieser Notrufe geht es ums Herz.

Erst jetzt aber luden das – bundesweit fortschrittliche – Berliner Herzinfarktregister, der Feuerwehr-Rettungsdienst und die Ärztekammer Berlin zu einer gemeinsamen Tagung.

Gegründet wurde das Herzinfarktregister vor elf Jahren auf Initiative von Herzspezialisten und Kliniken, der Technischen Universität und der Ärztekammer. Mitglieder sind die meisten großen Krankenhäuser der Stadt. Gesammelt und ausgewertet werden Daten zur Klinikversorgung von Herzinfarktpatienten, bis Ende 2010 mehr als 23 000. Die Erkenntnisse bilden nicht nur die Grundlage vieler Studien, sondern fließen auch direkt in die Therapie ein.

Die Ärzte wollen die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr verstärken. In deren Rettungsleitstelle wird beim Notruf der Zustand des Kranken nach genau vorgeschriebenem Fragenkatalog registriert. Wenn nötig, werden die Angehörigen telefonisch zu Erste-Hilfe-Maßnahmen (etwa Herzdruckmassage) angeleitet, berichtete Stefan Poloczek, Ärztlicher Leiter des Feuerwehr-Rettungsdienstes.

Bei Infarktverdacht holt den Kranken eines der 20 Notarztfahrzeuge ab. Sie sind sehr gut ausgestattet und mit erfahrenen Ärzten besetzt. Sie können mit der rettenden Therapie schon unterwegs beginnen und die schnelle Versorgung in der geeigneten (nicht einfach der nächsten) Klinik in die Wege leiten. Auch hierin geht Berlin voran: Seit 15 Jahren können sich Ärzte hier für die Zusatzbezeichnung „Rettungsmediziner“ qualifizieren.

Falls eins der knappen Notarztfahrzeuge nicht sofort verfügbar ist, kommt zunächst ein „normaler“ Rettungswagen mit Feuerwehrleuten, die zwei Jahre lang als Rettungssanitäter ausgebildet wurden. Sie können auch mit dem Defibrillator umgehen, der hier schon 1985 eingeführt wurde. Dank der damit möglichen Wiederbelebung überstehen jetzt 20 Prozent der Patienten mit (häufig nach Herzinfarkt auftretendem) Kammerflimmern sogar einen Herzstillstand.

Nur jeder zweite oder dritte Patient, der mit starken Brustschmerzen den Notruf 112 wählt, hat tatsächlich einen Herzinfarkt, sagte Martin Möckel, Charité-Notfallmediziner. Die Charité hat eine „Chest Pain Unit“, eine Brustschmerzeinrichtung, die darauf spezialisiert ist, Herzinfarkte von anderen, teils ebenfalls schwerwiegenden Ursachen eines starken Schmerzes im Brustkorb zu unterscheiden. Trotzdem gilt: Der Patient muss immer zunächst 112 wählen, darf nicht erst den Hausarzt rufen. Diese lebensgefährliche Verzögerung ist laut Möckel selbst bei eindeutigen lnfarktzeichen immer noch zu beklagen.

Wie ergiebig die Patientendaten aus dem Infarktregister sind, zeigte Birga Maier von der Datenzentrale. So gut wie alle Infarktpatienten, die ihr Einverständnis erklären, werden nach dem Stand der medizinischen Erkenntnisse „leitliniengerecht“ behandelt, ergaben die Erhebungen. Das heißt, so rasch wie möglich wird die durch einen Blutpfropf verschlossene Herzkranzarterie mit einem Ballonkatheter wieder durchgängig gemacht.

Die mittlere Sterblichkeit am Herzinfarkt ist, wie das Register zeigt, 2009/10 in den beteiligten Kliniken auf 7,1 Prozent gesunken. Außerhalb der Kliniken wird sie mit 14,6 Prozent angegeben, wäre also doppelt so hoch. Nach der offiziellen Berliner Statistik lag sie 2009 im Durchschnitt aller Berliner Krankenhäuser bei 9,2 Prozent – wenn die Zahlen nicht trügen.

In Berlin gab es nämlich jahrelang nach der offiziellen Statistik der Behörden scheinbar kaum Infarkttote. Das fiel erst auf, als die Statistikämter Berlins und Brandenburgs zusammengelegt wurden. Da hatte Brandenburg plötzlich fast keine lnfarkttodesfälle mehr. Warum? Weil nun, wie in Berlin, nicht mehr der Herzinfarkt als Todesursache eingetragen wurde, sondern der Bluthochdruck, einer der Risikofaktoren des Infarkts.

Die am Register beteiligten Kliniken erfahren durch einen 30-seitigen Berichtsbogen genau, was sie tun und wo sie im Vergleich zu den anderen stehen. Das wirkt. Den Kardiologen war zum Beispiel nicht bewusst, dass sie Frauen (die einen Infarkt durchschnittlich mit 75 bekommen, sieben Jahre nach den Männern) weniger intensiv behandeln als Männer. Das hat sich durchs Register geändert.

Auch die Qualitätsschwankungen zwischen den einzelnen Register-Kliniken haben sich reduziert. Das ergab ein detaillierter Vergleich der Registerdaten durch Karl Wegscheider (Universität Hamburg). Die Ergebnisse der einzelnen Krankenhäuser bleiben allerdings anonym. Verbessert hat sich auch das Gesamtniveau der stationären Infarktbehandlung so, dass man in allen kardiologisch arbeitenden Berliner Krankenhäusern heute beim Herzinfarkt optimal versorgt ist. Man muss sich nur sofort hinbringen lassen: 112 wählen – jede Minute zählt!

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Gemeinsame Presseerklärung von Berliner Herzinfarktregister e.V. und der Ärztekammer Berlin, Berlin , 20. Sept. 2010

    päk 13-2010 

 

Erstklassige medizinische Versorgung

von Herzinfarktpatienten in Berlin durch kollektives Lernen

 

Berliner Herzinfarktregister feiert zehnjähriges Bestehen

 

 

Seit zehn Jahren ist die Versorgung von Berliner Herzinfarktpatientinnen und -patienten kontinuierlich verbessert worden. Durch die Arbeit der im Berliner Herzinfarktregister (BHIR) organisierten Kliniken konnte die Sterblichkeit dieser Patienten von 12,2% in den Jahren 2000/2001 auf 6,2% in 2007/2008 gesenkt werden. „Dieses außergewöhnliche Engagement der Berliner Kardiologen für Qualitätssicherung hat die Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität nachweislich verbessert“, erklärte der BHIR-Vorsitzende Professor Dr. med. Heinz Theres anlässlich des am Montag gefeierten zehnjährigen Bestehens. Der Präsident der Ärztekammer Berlin, Dr. med. Günther Jonitz, der das BHIR seit seiner Gründung umfassend unterstützt, ergänzte: „Das Herzinfarktregister ist ein Paradebeispiel dafür, wie durch Zusammenarbeit und strukturiertes Lernen aus dem Alltag die Patientenversorgung systematisch verbessert werden kann. Durch dieses systematische Bewerten der im Rahmen des BHIR gesammelten Daten lernen die Berliner Kardiologen kollektiv.“ Dies sei umso bemerkenswerter, da es sich beim BHIR um ein freiwilliges Forum handele, wo sich Kolleginnen und Kollegen offen austauschten, die sich sonst eher als Konkurrenten sähen, fügte Theres hinzu.  

Im BHIR wurden seit seiner Gründung die Daten zur stationären Therapie von inzwischen mehr als 20.000 Herzinfarktpatientinnen und -patienten gesammelt und gemeinsam ausgewertet. 23 Berliner Kliniken, die sich über das ganze Stadtgebiet verteilen, nehmen in der nunmehr dritten Erhebungsphase teil. Mit Hilfe der Daten werden Versorgungsabläufe dokumentiert und qualitätssichernde Elemente in den Klinikalltag eingeführt. Dabei steht der Nutzen einer Therapie für den Patienten im Vordergrund. „Die notärztliche Erstversorgung und die stationäre Versorgung spielen eine herausragende Rolle, da es sich beim akuten Herzinfarkt um einen stationär zu behandelnden Notfall handelt“, erklärte Dr. med. Birga Maier, Leiterin der an der TU Berlin beheimateten wissenschaftlichen Dokumentationsstelle des BHIR.

Die gute Versorgung von Herzinfarktpatienten in Berlin lässt sich an 3 Faktoren festmachen:

Flächendeckende Versorgung (Strukturqualität)

Berlin bietet aktuell eine beeindruckende, flächendeckende Infrastruktur zur stationären Behandlung von Herzinfarktpatienten (Stand Sept. 2010):

·         37 Kliniken mit Akutversorgung von Herzinfarktpatienten,

·         18 Notarzteinsatzfahrzeugstützpunkte, davon 15 Standorte an Kliniken,

·         20 Kliniken mit Kathetermessplätzen (inkl. DHZB)

Leitliniengerechte Versorgung (Prozessqualität)

Für die Behandlung von Herzinfarktpatienten (ST-Hebungsinfarkte) existieren seit Ende 2000 international akzeptierte Leitlinien, anhand derer die Qualität der Versorgung gemessen werden kann. Diese werden in den Berliner Kliniken umgesetzt. Zu den Leitlinien bei Infarkt mit ST-Hebung im EKG gehört die Wiedereröffnung des verschlossenen Herzkranzgefäßes, die in Berlin inzwischen zu 88% praktiziert wird, wobei ein großer Teil der verbleibenden Patienten entweder die Behandlung aus Altersgründen abgelehnt hat oder medizinische Kontraindikationen zeigte. Zweiter Baustein ist eine Begleit- und Entlassungsmedikation mit bis zu 4 Medikamentensubstanzgruppen, die über 85% der Patienten bei Entlassung verabreicht wurde.

Sinkende Krankenhaussterblichkeit (Ergebnisqualität)

In den am BHIR teilnehmenden Kliniken ist die Krankenhaussterblichkeit am Herzinfarkt in den vergangenen Jahren kontinuierlich von 12,2% (1999/2000) auf 6,2% (2007/2008) gesunken. Für Hochrisikogruppen (z.B. ältere Patienten, Patienten mit Diabetes mellitus, Patienten im Schock bei Klinikaufnahme), die von der leitliniengerechten Therapie am meisten profitieren, bei denen die Eingriffe gleichzeitig aber auch am riskantesten sind, ist der Rückgang der Sterblichkeit noch beeindruckender: So ging bei Patienten über 80 Jahren die Krankenhaussterblichkeit von 30,7% (1999/2000) auf 15,0% (2007/2008) zurück.

Weitere Informationen:

 ÄRZTEKAMMER BERLIN

Pressestelle

Sascha Rudat

Tel. 030/40 80 6-4100

E-Mail: s.rudat@aekb.de

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Bild, 21.9.2010        

                                                                 Berliner sterben seltener an Herzinfarkt

BILD, Dienstag, 21. September 2010

Berlin (dpa/bb) - Immer weniger Berliner sterben an einem Herzinfarkt. Die Todesrate derjenigen, die mit dieser Diagnose in eine Berliner Klinik eingeliefert wurden, konnte im vergangenen Jahrzehnt von 12,2 Prozent allein bis 2008 auf 6,2 Prozent halbiert werden. Das meldete das Berliner Herzinfarktregister am Dienstag zu seinem zehnjährigen Bestehen. Bei Hochrisikopatienten, die älter sind oder etwa Diabetes haben, ging die Zahl der Krankenhaussterbefälle sogar noch stärker zurück: Bei den über 80- Jährigen sank sie von 30,7 Prozent auf 15 Prozent.

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Rundfunk Berlin-Brandenburg, 24.2.2010

Herzinfarkt nicht nur Männersache

Frauen werden durch unklare Beschwerden häufig später behandelt als Männer. Laut dem Berliner Herzinfarktregister kommen Frauen mit Herzinfarkt etwa 30 Minuten später ins Krankenhaus als Männer.

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Welt

Berliner Herzmedizin ist Spitze

Von Tanja Kotlorz 18. November 2008, 02:52 Uhr

Kliniken der Hauptstadt liegen im Bundesvergleich vorn - 1830 Herzinfarkt-Patienten gerettet

In Berlin sterben weit weniger Menschen an einem Herzinfarkt als in anderen Regionen Deutschlands. Diese positive Gesundheitsnachricht haben gestern der Berliner Ärztekammerpräsident Günther Jonitz und der Vorsitzende des Berliner Herzinfarktregisters e.V. (BHIR) sowie Chefarzt für Innere Medizin und Kardiologie der Klinik Medical Park Berlin Humboldtmühle, Professor Heinz Theres, mitgeteilt. Statistisch betrachtet starben in Berlin im Jahr 2006 demnach 22,8 Menschen pro 100 000 Einwohner an einem Myokardinfarkt. Der Bundesdurchschnitt liege mit 72,8 Gestorbenen pro 100 000 Einwohnern weit darüber.

Kammerpräsident Jonitz lobte die "außergewöhnlich gute Versorgung der Herzinfarktpatienten in Berlin". Die hiesigen Kliniken seien "bundesweit Spitze". Auch der BHIR-Vorsitzende Theres sieht in der "guten Qualität der Versorgung von Herzinfarktpatienten" eine Ursache für die niedrige Sterberate in Berlin. Da es sich beim akuten Herzinfarkt um einen stationär zu behandelnden Notfall handele, spiele die notärztliche Erstversorgung und die stationäre Versorgung eine "herausragende Rolle", sagte Birga Maier, Leiterin der wissenschaftlichen Dokumentationsstelle des BHIR am Zentrum für innovative Gesundheitstechnologie der TU Berlin.

Grundsätzlich müssen Klinikärzte und ambulante Mediziner Herzinfarkte nicht melden. Die Statistik des Berliner Herzinfarktregisters beruht daher auf einer freiwilligen Erhebung von 26 Berliner Kliniken, die seit zehn Jahren die Infarktzahlen dokumentieren. Zu den Kliniken, die sich am Register beteiligen, gehören beispielsweise die Universitätsklinik Charité, das Unfallkrankenhaus Berlin in Marzahn, das Martin-Luther-Krankenhaus in Wilmersdorf, die Vivantes-Klinika im Friedrichshain, in Hellersdorf, Neukölln, Prenzlauer Berg, Spandau und Am Urban.

Seit 1999 haben diese Herzinfarkt-Register-Kliniken 15 000 Patientendaten erfasst. Das Ziel der Erhebung: Erfassung der Daten, der Diagnostik und der Therapie; interne und externe Qualitätssicherung der Versorgung; Effizienzsteigerung einzelner Krankenhäuser.

Nach Auskunft des BHIR-Vorsitzenden Theres sei die Krankenhaussterblichkeit in Berlin sogar kontinuierlich gesunken. Innerhalb von acht Jahren (von 2000 bis 2007) sei die Mortalität von 12,2 Prozent auf 6,7 Prozent gesunken. Dies entspräche 1830 geretteten Herzinfarktpatienten, die seit 2000 gestorben wären, wenn die Krankenhaussterblichkeit gleich geblieben wäre. Noch beeindruckender sei der Rückgang der Sterblichkeit bei sogenannten Hochrisikopatienten wie ältere Patienten oder Zuckerkranke. So sei bei den Patienten über 80 Jahren, die mit einem Herzinfarkt in eine Berliner Klinik eingeliefert wurden, die Krankenhaussterblichkeit von 26,4 Prozent (in den Jahren 2000/2001) auf 13,8 Prozent (in den Jahren 2006/2007) zurückgegangen. Dies entspräche hochgerechnet 1080 geretteten Patienten seit dem Jahr 2000.

Beim Herzinfarkt verstopft ein Gefäß durch ein Blutgerinnsel. Die Folge: Herzzellen sterben unwiederbringlich ab, der faustgroße Muskel kann seine volle Pumpleistung nicht mehr bringen (schlägt mehr als 100 000 Mal am Tag, etwa fünf Liter Blut pro Minute). Lebensgefahr! Deshalb zählt jeder Minute (112 anrufen). Je früher ein Infarktpatient richtig versorgt wird, umso mehr Gewebe überlebt. Die Versorgung von Herzinfarktpatienten besteht aus der Wiedereröffnung des verschlossenen Herzkranzgefäßes mit Hilfe eines Katheters sowie einer Medikamenten-Therapie.

Nach Angaben der Senatsgesundheitsverwaltung sind 2006 insgesamt 7648 Berliner in den Krankenhäusern wegen eines Herzinfarkts behandelt worden. 777 starben am Myokardinfarkt.

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Ärzte Zeitung 18.11.2008

Bei Herzinfarkt stehen in Berlin die Chancen gut

Zahlen belegen, dass sich die Versorgung stetig verbessert hat / Klinik-Sterblichkeit seit 2000 halbiert

BERLIN (ami). Herzinfarkt-Patienten werden in Berlin so gut versorgt wie sonst nirgends in Deutschland. Das zeigen Daten aus dem Berliner Herzinfarktregister und dem bundesweiten Herzbericht.

"Wir können belegen, dass wir nicht nur bundesweit Spitze, sondern auch jedes Jahr besser geworden sind", sagte der Präsident der Berliner Ärztekammer Dr. Günther Jonitz am Montag anlässlich eines Symposiums zur Versorgungsrealität bei Herzinfarkt in Berlin. Der seit 1989 erscheinende Herzbericht von Dr. Ernst Bruckenberger kommt zu dem Ergebnis, dass die Herzinfarkt-Sterblichkeit in Berlin mit 22,8 pro 100 000 Einwohner bundesweit am geringsten ist.

In Brandenburg ist die Sterblichkeit am höchsten.

Im Nachbarland Brandenburg ist sie mit 106 pro 100 000 Einwohner am höchsten. Altersbereinigt liegt die Herzinfarkt-Sterblichkeit in Berlin um 66 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt. "In der gesamten Herzinfarkt-Versorgung schneidet Berlin sehr günstig ab", so Bruckenberger. Nur bei den Kosten falle die Hauptstadt negativ auf.

Berlin verfügt nach Angaben des Berliner Herzinfarktregisters (BHIR) über 36 Kliniken mit Akutversorgung bei Herzinfarkt, 18 Notarztwagenstützpunkte und 33 Kathetermessplätze in 19 Kliniken. Zum Vergleich: In ganz Brandenburg gibt es 14 Kathetermessplätze, davon vier im Berliner Umland. "In diesem Bereich ist das Geld der Krankenkassen sinnvoll investiert", so das Fazit von Jonitz. Die Daten des BIHR aus 22 Krankenhäusern in Berlin belegen, dass sich dort die Herzinfarkt-Versorgung stetig verbessert hat. Die Krankenhaus-Sterblichkeit hat sich von 12,2 (2000) auf 6,7 Prozent (2007) fast halbiert.

Überdurchschnittlich gesunken ist dabei die Sterblichkeit von Frauen und von Hochaltrigen. Gleichzeitig stieg der Anteil der Patienten mit - laut Leitlinien indizierter - Katheterinterventionen in den ersten 90 Minuten nach Infarkt von 32,9 auf 84,8 Prozent. Auch die Begleit- und Entlassungsmedikation entspricht nach Angaben des BIHR immer häufiger den Leitlinien der Fachgesellschaften.

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Deutsches Ärzteblatt 17.11.2008

Herzinfarkt: In Berlin niedrigste Sterberate deutschlandweit

Montag, 17. November 2008

Berlin – 22,8 Menschen pro 100.000 Einwohner starben 2006 in Berlin an den Folgen eines akuten Herzinfarkts. Das sind 66 Prozent weniger als im Bundesdurchschnitt (72,8 Gestorbene pro 100.000 Einwohner). Das geht aus dem 20. sogenannten Herzbericht hervor, den das Berliner Herzinfarktregisters (BHIR) und die Ärztekammer Berlin am Montag vorstellten.

Nach Angaben des BHIR-Vorsitzenden Heinz Theres liegt eine Ursache für die niedrige Sterberate in der guten Qualität der Versorgung von Herzinfarktpatienten in Berlin gemessen an der Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität. „Dies können wir aufgrund des überdurchschnittlichen Engagements für Qualitätssicherung der Berliner Kardiologen, die nunmehr im zehnten Jahr im Rahmen des BHIR Daten sammeln, zeigen“, sagte Theres.

Der Präsident der Ärztekammer Berlin, Günther Jonitz, betonte die besondere Bedeutung des BHIR für die Herzinfarktversorgung in Berlin. „Berlin nimmt leider bei vielen Krankheiten, bedingt auch durch soziale Umstände, eine traurige Spitzenposition ein. Dem können wir nur mit einer herausragenden Medizin begegnen. Diese wird im Bereich der Herzinfarktversorgung geleistet“, sagte Jonitz.

Der Herzbericht wird seit 1989 von Ernst Bruckenberger veröffentlicht. Er ist die bisher umfangreichste sektorenübergreifende Versorgungsanalyse zur Kardiologie und Herzchirurgie in Deutschland. Neben einem Überblick über die aktuelle Situation und Entwicklung der stationären Morbidität und Mortalität ausgewählter Herzkrankheiten nach Geschlecht und Altersgruppen stellt er die Angebots- und Leistungsstruktur der Kardiologie und der Herzchirurgie in Deutschland dar. © hil/aerzteblatt.de 

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Artikel aus dem Berliner Tagesspiegel vom 30.05.2006

Die Notarztwagen funktionieren: Es sterben weniger Menschen

Walter Thimme über die Versorgung von Herzinfarktpatienten in Berlin Die alten Herzinfarkt- Patienten sind noch unterversorgt Walter Thimme, Kardiologe

Seit fünf Jahren sammelt das Berliner Herzinfarktregister Daten zur Behandlungsqualität von Herzinfarktpatienten in 15 Berliner Krankenhäusern. Wie sieht die Situation in Berlin aus?

Die kardiologische Versorgung in Berliner Krankenhäusern ist im bundesweiten Vergleich sehr gut. Und sie ist in den vergangenen fünf Jahren immer besser geworden. So hat sich die Sterblichkeit infolge eines akuten Herzinfarktes von 13 Prozent 1999 auf acht Prozent 2004 verringert. Und die Rate der Patienten, die mit eröffnenden Maßnahmen – also eine Herzkatheterbehandlung mit einer Weitung verengter Gefäße und einer Versorgung mit Stents zum dauerhaften Offenhalten der Adern – von 60 auf 80 Prozent erhöht.

Woran liegt es, dass Berliner so gut versorgt sind?

Berlin hat eine große Zahl guter wohnortnaher Kliniken. Dazu kommt das hervorragende Notarztwagen-System in der Stadt. Auf den Berliner Notarztwagen tun im Gegensatz zu anderen Regionen Internisten, Kardiologen und Anästhesisten ihren Dienst. Anderswo in Deutschland sind das oft auch mal Orthopäden oder Chirurgen. Deshalb ist in Berlin auch die Behandlung von Herzinfarkten schon im Notarztwagen sehr gut. Außerdem ist die Gefahr von „Irrläufern" geringer, also einer Einlieferung von Herzinfarktpatienten in Kliniken, die für deren Versorgung nicht ausgestattet sind.

Ist hier alles wunderbar oder gibt es auch Defizite?

Es gibt natürlich noch Verbesserungspotenziale: Im Krankenhaus bestehen sie zum Beispiel in der Wartezeit, die zwischen der Aufnahme des Patienten und einer Herzkatheterbehandlung vergehen. Derzeit sind es im Durchschnitt zwischen 1,5 und zwei Stunden. Das ist zu lang, denn beim Herzinfarkt zählt jede Minute. Und dann gibt es da Defizite außerhalb des Krankenhauses. Nur 45 Prozent der Menschen mit einem akuten Herzinfarkt kommen mit dem Notarztwagen in die Klinik. Das ist immer noch zu wenig, auch wenn das im Vergleich zum Bund ein guter Wert ist. Ein anderes Problem in der Versorgung ist die Rehabilitation nach der Krankenhausbehandlung. Viele Patienten gehen gut versorgt aber ohne organisierte Reha nach Hause. Da muss sich was ändern. Das gilt auch für die ambulanten Versorgung der Patienten. Es ist überraschend, wie wenig Risikopatienten von ihren Ärzten prophylaktisch zur Herzinfarktvermeidung behandelt wurde. Gerade mal ein Fünftel der Herzinfarktpatienten, die unter dem Risikofaktor Bluthochdruck litten, waren von ihrem Arzt mit blutdrucksenkenden Arzneimitteln behandelt worden.

Es heißt auch oft, dass Frauen bei einem Herzinfarkt schlechter versorgt werden als Männer. Können das die Daten des Herzinfarktregisters bestätigen?

Das konnten wir nicht bestätigen. Männer und Frauen werden gleich gut behandelt. Aber tatsächlich ist die Sterblichkeit bei einem Herzinfarkt bei jüngeren Frauen deutlich höher, aber speziell bei solchen Frauen, die unter Diabetes leiden. Das ist eine besondere Risikogruppe.

Und die Versorgung älterer Menschen?

Gerade bei älteren Herzinfarktpatienten über 75 Jahren werden weniger häufig alle Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft, als bei unter 75-Jährigen. Dafür gibt es eine Reihe von Gründen. So sind die Behandlungsleitlinien der großen Fachgesellschaften nicht für über 75-Jährige gemacht, weil man für diese Therapieempfehlungen oft Studienergebnisse berücksichtigt. Und solche Studien werden nun mal meist mit Menschen um die 55 gemacht. Dabei sind es gerade die Älteren, die von den Behandlungen am meisten profitieren: Unter 75 Jahren sterben weniger als zehn Prozent der Herzinfarktpatienten, über 75 sind das mehr als 20 Prozent.

Welche Daten werden im Herzinfarktregister erfasst?

Die Daten von allen Patienten, die mit einem akuten Herzinfarkt in eine der 15 teilnehmenden Berliner Kliniken gebracht werden. Das sind rund 20 Prozent der jährlich 10.000 Herzinfarkte in Berlin. Das sind natürlich die persönlichen Angaben, wie Alter und Geschlecht. Dann Daten dazu, wie die Patienten ins Krankenhaus kamen, also ob mit dem Notarztwagen, ob sie von Familienangehörigen eingeliefert wurden oder selbst kamen. Dann die Anamnese, also welche Risikofaktoren – etwa Diabetes, Zigarettenkonsum oder hoher Blutdruck – vorlagen und wie der Infarkt behandelt wurde, zum Beispiel mit einem Herzkatheter und einem Stent oder ob man den Verschluss des Herzgefäßes mit gerinnungshemmenden Medikamenten aufgelöst hat. Und schließlich werden Daten zur Ergebnisqualität erhoben, also zur Sterblichkeit und ob es Komplikationen gab, wann der Patient entlassen werden konnte oder wo die Rehabilitation stattfand. Biometriker haben uns versichert, dass wir damit weit über die das System der BQS hinausgehen und dass sich die Daten sehr wohl für einen öffentlichen Leistungsvergleich eigneten. Das ist auch geplant. Doch zunächst müssten dem alle Kliniken zustimmen.

Walter Thimme (69) ist Internist und Kardiologe, Vorsitzender des Berliner Herzinfarktregister-Vereins und Herausgeber des Arzneimittelbriefes. Das Interview führte Ingo Bach.

Mehr Informationen im Internet:

www.herzinfarktregister.de

 

 

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Artikel aus dem Berliner Tagesspiegel vom 23.11.2004

 

Wenn sich die Brust zusammenschnürt

Daten des Berliner Herzinfarktregisters zeigen:
Nach wie vor kommen viele akut Herzkranke zu spät in die Klinik

Herzinfarkt und Todesangst – das gehört zusammen. Und doch: An einem Infarkt muss man meist nicht mehr sterben, sofern er sofort behandelt wird. In den letzten Jahren wurden zunehmend wirksamere Verfahren entwickelt und sie werden im medizinischen Alltag meist auch angewandt.

Der Anteil der Infarktpatienten, die in einem Berliner Krankenhaus sterben, sinkt stetig und das liegt nicht allein an der verkürzten Verweildauer. Ob die Entwicklung überall so positiv ist, kann man nicht sagen. Sicheres weiß man in Berlin – wie auch anderswo – nur über jene Kliniken, die genau registrieren, in welchem Alter und welcher Verfassung die Kranken sind, wie sie behandelt werden und welchen Nutzen ihnen das bringt. In der Geburts- und Krebsmedizin werden solche Register schon lange geführt. Sie haben nicht nur die Patientenversorgung in den beteiligten Kliniken verbessert, sondern auch die Wissenschaft weitergebracht.

Seit einiger Zeit gibt es auch kardiologische Register, anonymisiert und von Datenschützern abgesegnet. In Berlin führten Kardiologen 1999 ein Herzinfarktregister ein, angesiedelt beim Insitut für Gesundheitswissenschaften der TU und mitgetragen von der Ärztekammer sowie einer großen, wechselnden Zahl von Krankenhäusern.

Eine Zwischenbilanz zog jetzt, auf einer überregionalen Tagung in der Ärztekammer Berlin, der gemeinnützige Verein "Berliner Herzinfarktregister", dessen Ziel es ist, die Vorbeugung, Erkennung und Behandlung des Infarktes zu verbessern.

Der Trend ist positiv, es ließe sich aber noch viel mehr erreichen, wenn die Behandlung schneller beginnen könnte, wie der Vorsitzende des Vereins, der Kardiologe Walter Thimme, sagte: Noch immer, so ergab die Auswertung des Registers, kommen 40 Prozent der akut Herzkranken erst drei Stunden nach dem Infarkt oder noch später ins Krankenhaus, ein Zehntel sogar erst nach zwölf Stunden. Und viele rufen zuerst den Hausarzt oder lassen sich von Angehörigen ins nächstbeste Krankenhaus fahren. Nur 46 Prozent wählen die Notfallnummer 112 – das einzig Richtige, denn jede Minute zählt.

Die Feuerwehr kennt die Kliniken mit kardiologischer Kompetenz und kann einen Notarztwagen schicken, in dem die Behandlung schon anfängt, um das Absterben des nichtdurchbluteten Herzmuskelbezirks noch zu verhindern. Die Information der Bevölkerung wie auch die Kommunikation mit den Patienten im Krankenhaus beeinflussen den Krankheitsverlauf und gelten daher als wichtige Qualitätskriterien. Hier wurden Defizite festgestellt, die das Register aber nicht ausreichend erfasst. "Qualitätsmanagement ist ein lernendes System, per Knopfdruck lässt sich Qualität nicht einführen", sagte der Nürnberger Kardiologe Martin Gottwik. Eines aber konstatierten die Herzspezialisten aus verschiedenen Regionen übereinstimmend: In allen an Registern beteiligten Kliniken ist die Behandlung besser geworden. Sie wissen nun, was sie tun, wie sie im Vergleich mit anderen stehen und an welchen Mängeln sie noch arbeiten müssen. Die Wissenschaft aber gewinnt durch solche Register Daten, auf denen die Versorgungsforschung aufbauen kann – mit dem Ziel einer real existierenden Patientenversorgung, die dem Stand der medizinischen Wissenschaft entspricht.

Auf dem Berliner Herzinfarktregister zum Beispiel basieren schon eine ganze Reihe medizinischer Dissertationen und gesundheitswissenschaftlicher Magisterarbeiten. Auch gesundheitspolitische Folgen sind bereits erkennbar. Im Konkurrenzkampf werden die Krankenhäuser nur durch nachgewiesene Qualität bestehen können. In Schweden kann man im Internet nachsehen, in welchem Krankenhaus nur fünf Prozent und in welchem 20 Prozent der Infarktpatienten sterben, berichtete Anselm Gitt (Herzzentrum und Institut für Herzinfarktforschung Ludwigshafen). Solche Zahlen können jedoch täuschen. Werden in eine Klinik vielleicht die schwersten Fälle eingeliefert, weil sie besondes gut ist? Liegen im Einzugsgebiet eines Krankenhauses womöglich besonders viele Pflegeheime mit sehr alten Patienten?

Vernünftiger scheint eine Vereinbarung des Berliner Senats mit den Krankenkassen, die Thimme gegenüber dem Tagesspiegel erwähnte: Infarktpatienten sollen künftig nur noch in Kliniken mit günstigen Voraussetzungen behandelt werden – vom ständig bereitstehenden Herzkatheder-Team bis zu qualitätssichernden Maßnahmen wie der Beteiligung am Herzinfarktregister. Mit Kliniken, die nicht die bestmögliche Kompetenz nachweisen können, werden die Kassen dann sicher keine Verträge mehr abschließen. Rosemarie Stein

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Presseerklaerung der Berliner Ärztekammer in Zusammenarbeit mit dem Berliner Herzinfarktregister e.V. v. 17.11.2004

 

 

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Berlin, den 17.11.04

Presseerklärung

 

Die neuesten Trends zum Thema Herzinfarkt

Ergebnis-Symposium des Berliner Herzinfarktregisters am 17.11.2004

 

Der Herzinfarkt ist noch immer die häufigste Einzeltodesursache in Deutschland und auch in Berlin. Im Jahr 2000 wurden nach amtlicher Statistik 6301 Patienten mit einem akuten Herzinfarkt in Berlins Krankenhäusern behandelt. 1841 davon wurden im Berliner Herzinfarktregister erfasst (Einschlusskriterien: Prähospitalzeit < 48h, Behandlung auf Intensivstation). Dabei ist ein erfreulicher Trend zu verzeichnen: die Zahl der Patienten, die in der Klinik an einem Herzinfarkt starben, ist in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken.

Krankenhaussterblichkeit bei Diagnose Herzinfarkt in Berlin (Herzinfarktregister*)

 

1999

2000

2001

2002

2003

Krankenhaus-

Sterblichkeit

11%

12,7%

11,2%

11,9%

9,6%

*): Vergleichbar über die Zeit von 1999 bis 2003 sind von seiten des Berliner Herzinfarktregisters (BHIR) nur

die Zahlen für 10 Kliniken, die über die 5 Jahre kontinuierlich am Register teilnahmen.

 

Aktuelle Ergebnis des Herzinfarktregisters:

Berlin ist schnell!

Das macht sich in kürzeren Prähospital-Zeiten (Zeit zwischen Infarkt und Krankenhausaufnahme) bemerkbar: Im Bundesgebiet beginnt die Behandlung des Patienten im Schnitt nach 3,25 Stunden, in Berlin bereits nach 2,2 Stunden. 61 % der Infarktpatienten erhalten innerhalb von 3 Stunden eine Therapie, nur 12% müssen länger als 12 Stunden warten.

Aber nur 46 % kommen mit dem Notarztwagen!

Bei Auftreten der Leitsymptome

starker, häufig dumpfer Schmerz in der Brust, der in die Arme, die Schulterblätter, den Bauch oder den Unterkiefer ausstrahlen kann und länger als fünf Minuten andauernd, starkes Engegefühl, heftiger Druck im brustkorb, Todesangst, Luftnot, Übelkeit, Erbrechen, Blasse Gesichtsfarbe, kalter Schweiss, plötzlicher Kreislaufzusammenbruch,

sollten Patienten die Notfallnummer 112 wählen. Im Notarztwagen kann bereits auf dem Weg in die Klinik mit der richtigen Behandlung begonnen werden.

 

Qualitätskriterien

Wiedereröffnende Therapie

Ein weiteres Beispiel für eine Leitliniengerechte Therapie ist die schnelle Wiedereröffnung verschlossener Gefäße durch Lyse oder PTCA (mechanische Öffnung durch Herzkatheter).

Wiedereröffnende Therapie nach Aufnahme in %

 

1999

2000

2001

2002

2003

Wiedereröffnende Therapie

54,7

51,9

63,7

70,2

72,0

 

Wiedereröffnende Therapie nach Aufnahme in % (1999 bis 2003)

  Berlin Bundesgebiet
Wiedereröffnende Therapie 63,4 46

 

Reha-Quote"

Die Zahl der Entlassungen in die Rehabilitation hat sich in den letzten 5 Jahren erhöht.

Entlassung, wohin? Berliner Herzinfarktregister seit 1999

Entlassung nach

1999

2000

2001*

2002

2003

Hause

44,3

45,1

46,5

43,7

39,6

Reha-Klinik bzw. ambulante Reha

14,9

14,2

15,0

21,3

16,9

Hause und anschliessende Reha

3,8

4,0

27,6

25,9

33,5

Achtung: Fragebogen in dieser Frage zw. 2000 u. 2001 geändert)

Qualitätskriterium "Arzneimitteltherapie"

Betablocker, ACE-Hemmer, Aspirin und Statine schützen nach der Entlassung vor einem neuen Herzinfarkt. IN Berlin wird dies sehr konsequent gehandhabt.

Leitliniengerechte Medikation bei Entlassung in Berlin (Verlauf seit 1999)

Leitliniengerechte Medikation bei Entlassung in %

1999

2000

2001

2002

2003

ASS

89,1

92,9

92,6

90,9

92,1

Beta-Blocker

81,2

85,5

87,4

90,9

94,6

ACE-Hemmer

71,0

78,3

76,1

81,4

88,0

CSE-Hemmer

41,5

46,4

61,6

68,3

81,4

 

Leitliniengerechte Medikation bei Entlassung 1999 bis 2003

Leitliniengerechte Medikation

bei Entlassung in %

Berlin Bundesgebiet
ASS 91,6 95,7
Beta-Blocker 87,3 79,7
ACE-Hemmer 76,0 72,2
CSE-Hemmer 60,7 34,2

 

 

Weibliche Infarktpatienten sterben häufiger an ihrem Infarkt als Männer

Frauen sterben im Krankenhaus häufiger an einem Herzinfarkt als Männer. Zwar erleiden eher Männer als Frauen einen Infarkt, doch nur 9 von 100 betroffenen Männern sterben daran, bei den Frauen sind es 18 von 100. Die Gründe sind vielfältig und noch immer nicht vollständig bekannt:

Glücklicherweise hat hier gerade eine Trendumkehr eingesetzt. Starben 1998 noch 20,3 % der weiblichen Infarktpatienten in der Klinik, waren es 2003 nur noch 14, 9 %. Das bedeutet: die Frauen werden mittlerweile besser versorgt.

 

 

Zum Hintergrund

Das Berliner Herzinfarktregister ermöglicht einen Überblick über die Versorgung von Herzinfarktpatienten in Berlin. 25 Kliniken nahmen an der ersten Phase des Berliner Herzinfarktregisters teil. Diese Zahl hat sich seit 1.10.2003 auf 13 Kliniken* reduziert, da einige Häuser sich aus zeitlichen Gründen nicht mehr in der Lage sahen, die Qualität ihrer Arbeit zu dokumentieren.

Die am Berliner Herzinfarktregister teilnehmenden Kliniken beobachten mit strukturierten Fragebögen das Behandlungsgeschehen, die verschiedenen Versorgungsmethoden und das Ergebnis für den Patienten. Regelmäßig erhalten die beteiligten Kliniken Auswertungen der gesammelten Daten, in denen sie ihre eigenen Ergebnisse mit dem Gesamtdurchschnitt vergleichen können. Dadurch ist es ihnen möglich zu erkennen, wo sie mit ihren Behandlungsergebnissen stehen. Einmal jährlich findet in Berlin eine Treffen statt, auf der die wissenschaftliche Datenauswertung mit Vertretern aller beteiligten Einrichtungen diskutiert wird. Ein solches Treffen findet am 17.11.2004 im Hause der Ärztekammer Berlin statt.

Angesiedelt ist das Berliner Herzinfarktregister an der TU Berlin. Die wissenschaftliche Leiterin, Dr. med. Birga Maier, koordiniert hier die Aktivitäten und ist für die wissenschaftliche Datenauswertung zuständig. Mehr Informationen finden Sie im Internet unter www.herzinfarktregister.de

 

Im Herzinfarktregister haben vom 1.1.1999 bis 30.3.2003 folgende Berliner Krankenhäuser teilgenommen. Fett gedruckt sind die Häuser, die kontinuierlich über 5 Jahre mitgewirkt haben:

Bundeswehrkrankenhaus Berlin, Caritas-Kliniken Pankow Bereich Maria Heimsuchung, Charité Campus Buch, Franz Volhard-Klinik, Charité Campus Mitte, Dominikus Krankenhaus GmbH, DRK-Kliniken Berlin Westend, DRK-Kliniken Mark Brandenburg, Elisabeth-Klinik, Ev. Waldkrankenhaus Spandau, Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe, Jüdisches Krankenhaus, Krankenhaus Hedwigshöhe, Krankenhaus Moabit, Krankenhaus Lichtenberg, Martin Luther Krankenhaus, Park-Klinik Weißensee, St. Gertrauden-Krankenhaus, St. Marien-Krankenhaus Lankwitz, Unfallkrankenhaus Berlin, Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum, Vivantes Humboldt Klinikum, Vivantes Klinikum Am Urban, Vivantes Klinikum Hellersdorf, Vivantes Klinikum im Friedrichshain, Vivantes Wenckebach Klinikum

 

Mit freundlichen Grüßen

 

ÄRZTEKAMMER BERLIN

- Pressestelle -

 

 

Kontakt

 

Berliner Herzinfarktregister e.V.
An der TU-Berlin, Institut der Gesundheitswissenschaften
Koordination: Frau Dr. Birga Maier        
Ernst-Reuter-Platz 7, TEL. 11-5
10587 Berlin   
Tel. 030-314 79 583
Fax: 030 314 26 025
E-Mail:
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Ausschnitt aus der "Berliner Zeitung" vom 18.11.04

Berliner Zeitung, Donnerstag, den 18. November 2004

 

In der Not die 112

Berlin ist gut in der Behandlung von Herzinfarkten

Anne Brüning

Berliner Kliniken sind überdurchschnittlich gut in der Behandlung von Herzinfarkten. Das geht aus dem Berliner Herzinfarktregister hervor, an das ein Teil der Berliner Kliniken seine Behandlungsdaten meldet. Bis 2003 waren noch 25 Kliniken beteiligt, die zusammen etwa ein Drittel der in Berlin insgesamt in Krankenhäusern behandelten Herzinfarkte erfassten. Inzwischen werden weniger Fälle registriert. Vor einem Jahr stiegen einige Häuser aus - nun machen nur noch 13 Kliniken mit. Am gestrigen Mittwoch stellten die Beteiligten ihre Ergebnisse für den Zeitraum 1999 bis 2003 auf einer Pressekonferenz vor.

Die Trends sind demnach größtenteils erfreulich. So erliegen immer weniger Menschen einem Herzinfarkt. "1999 starben im Krankenhaus noch 11 Prozent, bis 2003 sank der Anteil auf 9,6 Prozent", berichtete die wissenschaftliche Leiterin des Registers, Birga Maier von der Technischen Universität Berlin. Patienten werden in Berlin zudem besonders schnell behandelt. So dauerte es im Schnitt lediglich 2,2 Stunden bis die Patienten im Krankenhaus waren, der Bundesdurchschitt liegt bei 3,25 Stunden. Auch die Qualität der Behandlung ist in der Regel offenbar sehr gut. Den Daten zufolge hat sich der Anteil der Patienten, die eine Therapie nach den aktuellen Richtlinien erhalten, kontinuierlich erhöht. 1999 wurde zum Beispiel nur bei 54,7 Prozent der Herzinfarktpatienten ein so genannte wiedereröffnende Therapie vorgenommen. Dabei werden die verschlossenen Gefäße zum Beispiel mit einem Katheter wieder durchgängig gemacht. Bis 2003 erhöhte sich der Anteil auf 72 Prozent.

Zwei Ergebnisse aus dem Register bereiten den Ärzten jedoch Sorgen. Zum einen sterben überdurchschnittlich viele Frauen an einem Herzinfarkt - und zwar 18 Prozent der Betroffenen. Mögliche Gründe dafür sind, dass Frauen beim ersten Infarkt im Schnitt gut zehn Jahre älter sind als Männer und auch mehr Vorerkrankungen wie etwa Diabetes haben. Die Mediziner vermuten jedoch noch andere Ursachen. "Das Phänomen muss noch weiter untersucht werden", sagte Birga Maier.

Zum anderen ist der Anteil der Patienten, die privat in die Klinik kommen, anstatt mit dem Notarztwagen zu fahren, zu hoch. Nur 46 Prozent nutzen bisher den Notarztwagen. "Dadurch geht wichtige Zeit verloren", sagte Birga Maier. Die Mediziner empfehlen daher, bei einem Verdacht auf einen Herzinfarkt (er äußert sich meist durch dumpfen Schmerz in der Brust, Luftnot, Übelkeit und Erbrechen) unbedingt den Notarztwagen über die Telefonnummer 112 zu rufen.

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Ausschnitt aus der "Berliner Morgenpost" vom 18.11.04

Berliner Morgenpost , Donnerstag, den 18. November 2004

 

Herzinfarkt: Jeder Zweite falsch versorgt

Beim Herzinfarkt zählt jede Minute. Je eher der Patient ärztlich in einer Fachklinik behandelt wird, um so größer sind die Heilungschancen, um so geringer die bleibenden Schäden. Doch noch immer wählen 50 Prozent der Herzinfarktpatienten in Berlin den falschen Weg zur Klinik.

Darauf hat Professor Walter Thimme, Vorstandsvorsitzender des Berliner Herzinfarktregisters gestern im Rahmen eines Infarkt-Symposiums der Berliner Ärztekammer hingewiesen. Patienten, die erst zu ihrem Hausarzt gingen oder sich selbst in eine Klinik einweisen, lassen kostbare Zeit verstreichen. Rund 40 Prozent aller Infarktpatienten sind erst drei Stunden nach Auftreten der ersten Symptome in einer Klinik. "Es gibt nur eine richtige Reaktion beim Herzinfarkt: Man muß sofort den Notarzt unter der Notfallnummer 112 anrufen", rät Thimme. Nur dann sei gewährleistet, daß die richtige Versorgungskette ablaufe: Der Notarzt macht vor Ort ein EKG, verabreicht schon auf dem Weg in das Krankenhaus notwendige Medikamente, im Herzkatheterlabor der Klinik werde das verengte Herzkranzgefäß sofort wieder eröffnet.

Die gefährlichste Phase nach einem Myokardinfarkt sei die Zeit, die die Patienten zu Hause vergeuden. Die Auswertung des Berliner Herzinfarktregisters, an dem sich seit 1999 konstant zehn Berliner Kliniken beteiligen, habe ergeben, daß Frauen im Durchschnitt 2,7 Stunden und Männer 2,2 Stunden brauchen, bis sie nach ersten Infarktanzeichen in einer Klinik behandelt werden. Die Patienten ließen kostbare Zeit verstreichen, warnen die Experten. Allerdings steht Berlin offenbar noch besser da, als andere Bundesländer. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 3,25 Stunden.

Im Jahr 2000 sind nach amtlicher Statistik in Berliner Kliniken 6301 Patienten mit akutem Herzinfarkt behandelt worden.

tak

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Pressemitteilung der Deutschen Herzstiftung zur Herzwoche 2003

Unter dem Motto "Herzinfarkt: Jede Minute zählt" findet von heute an bis zum 8. November die Berliner Herzwoche 2003 der Deutschen Herzstiftung statt. In Krankenhäusern und in der Urania wird es Informationen, Vorträge und Gespräche geben. Mit dabei ist der Verein Berliner Herzinfarktregister.

Er ist eine Initiative von fast 30 Krankenhäusern, der Ärztekammer und dem Institut für Gesundheitswissenschaften der Technischen Universität (TU). Ihr Ziel: verbesserte Vorbeugung, Erkennen und Behandeln von Herzkrankheiten. "Dafür sammeln wir Daten zur stationären Versorgung von Herzinfarktpatienten und werten sie aus", sagt Birga Maier von der TU.

Die Analysen zeigen, dass doppelt so viele Frauen im Krankenhaus an Herzinfarkt sterben wie Männer - während 9 von 100 Männern nicht überleben, sind es 18 von 100 Frauen. Frauen sind im Durchschnitt elf Jahre älter als Männer, wenn sie mit Infarkt eingeliefert werden. Sie haben häufiger zu hohen Blutdruck, leiden öfter an Diabetes. "Die hohe Frauen-Sterberate ist nicht nur mit dem höheren Alter zu erklären", sagt Maier. "Es stellen sich Fragen wie: liegt es an den Hormonen, haben sie andere Gefäße, geben sie im Krankenhaus schneller auf?" Am besten sei es, die Risikofaktoren zu senken: "Dazu gehört gesund Leben, Bewegung, das Gewicht und Stressabbau", so Ulrike Umlauff von der Deutschen Herzstiftung. Programminformationen zur Herzwoche: Tel.: 341 97 99.

Herzenssache

Weitere Informationen zu Infarktgefahren unter

www.herzstiftung.de


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Bessere Chancen für Herzinfarktpatienten!?
Informationen des Berliner Herzinfarktregisters anlässlich der Herzwoche 2003
 

 Wenn Frauen einen Herzinfarkt haben, sterben sie im Krankenhaus eher daran als Männer. Warum? Das ist bisher unklar. Fest steht hingegen: Entgegen einiger Spekulationen werden Frauen in Krankenhäusern nicht etwa anders behandelt als Männer. Dies ist nur ein Ergebnis einer umfangreichen Studie des Berliner Herzinfarktregister e.V.

Die Qualität der stationären Versorgung zu verbessern, die Öffentlichkeit über den Herzinfarkt und seine Behandlung zu informieren, das sind die Ziele, denen sich das Berliner Herzinfarktregister seit nunmehr fünf Jahren verschrieben hat.

Der Herzinfarkt ist noch immer in Deutschland die häufigste Einzeltodesursache. Und noch immer werden seine Symptome häufig nicht rechtzeitig erkannt. So gelangt fast ein Viertel aller Herzinfarktpatienten erst nach mehr als 12 Stunden in ein Krankenhaus. Eine Zeitspanne, in der Herzmuskelgewebe bereits unwiederbringlich zerstört sein kann. Grund genug für das Berliner Herzinfarktregister, sich an der Herzwoche "Herzinfarkt: Jede Minute zählt" zu beteiligen. Sie wurde wie in den vergangenen Jahren organisiert von der Deutschen Herzstiftung und findet statt vom 2.11. bis 9.11.2003.

 

Das Berliner Herzinfarktregister und die Deutsche Herzstiftung laden Sie im Rahmen der Herzwoche "Herzinfarkt: Jede Minute zählt" ein zu einer

Pressekonferenz
Ort:
Vivantes Humboldt Klinikum,
Bibliothek, Raum 3301
Am Nordgraben 2, 13509 Berlin

Zeit:
31.10.2003, 11.00 Uhr

 Vor Ort werden sein:

-          Herr Dr. Steffen Behrens, Vivantes Humboldt Klinikum, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin I, Vorstandsmitglied des Berliner Herzinfarktregister e.V.
-          Herr Gerd Kallischnigg, TU-Berlin, Geschäftsführender Vorsitzender des Berliner Herzinfarktregister e.V.
-          Frau Dr. Birga Maier, Leiterin der Datenzentrale des Berliner Herzinfarktregister e.V.
-          Frau Ulrike Umlauff, Ehrenamtliche Beauftragte der Deutschen Herzstiftung

 Wir würden uns sehr freuen, Sie begrüßen zu dürfen. Sollten Sie bereits vorab Informationen benötigen oder ein persönliches Gespräch mit uns wünschen, können Sie sich jederzeit mit uns in Verbindung setzen:

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E-Mail:
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Immer weniger Berliner sterben am Herzinfarkt: Bessere Versorgung in der Klinik

In Berlin sterben immer weniger Menschen an einem Herzinfarkt. Nach den neuesten Zahlen der Senatsgesundheitsverwaltung erlagen 1998 noch 1670 Menschen der Krankheit. Zwei Jahre später waren es nur noch 990. Vor allem die Versorgung in den Berliner Krankenhäusern hat sich verbessert. 1999 überlebte dort jeder siebte Infarktpatient nicht. 2001 starb nur noch jeder neunte. Hintergrund seien die ständig aktualisierten Behandlungsrichtlinien, an denen sich immer mehr Klinikärzte orientierten, sagt Birga Meyer vom Herzinfarktregister. Die Zahl der Überlebenden könne noch wesentlich höher sein. Denn noch stirbt jeder dritte Patient an dem Infarkt, bevor er in die Klinik eingeliefert wird. I.B.

(I.B. Tagesspiegel, 11.07.2003 )

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Infarktpatienten gelangen zu spät in die Klinik

Zum ersten Mal wurden die Ergebnisse des Berliner Herzinfarktregisters vorgestellt. Die Behandlung entspricht dem bundesweiten Standard

von Robert Thielicke (Berliner Zeitung, 16.01.2002)

Ein Infarkt kann den Herzmuskel erheblich schädigen. Die größten Defekte entstehen in der ersten Stunde nach dem Infarkt. "40 Prozent der Berliner Infarktpatienten kommen aber frühestens drei Stunden nach dem Ereignis in die Klinik, manche sogar erst Tage später", berichtet Walter Thimme, ehemaliger Chefarzt für Kardiologie am Vivantes Humboldt-Klinikum und Vorsitzender des Vereins "Berliner Herzinfarktregister". Viele Patienten überleben die Verzögerung nicht. Und wer noch mal Glück hatte, der verschenkt Heilungschancen. Darauf wies Thimme vergangene Woche hin, als er erste epidemiologische Daten über die Infarktbehandlung in Berlin bei einem Symposium im DRK-Krankenhaus Westend vorstellte.

Seit sechs Jahren gibt es das Berliner Herzinfarktregister. 25 Kliniken der Stadt beteiligen sich daran. Sie berichten laufend, wie und mit welchem Ergebnis Infarktpatienten bei ihnen behandelt werden. Bisher umfasst das Register die Daten von 4 600 Betroffenen.

"Die schwersten Fehler werden vor der Ankunft im Krankenhaus gemacht", berichtete Thimme. Nicht nur erreichen viele Patienten die Klinik zu spät, in der Hälfte der Fälle wird zudem kein Krankenwagen gerufen. Stattdessen werden die Betroffenen mit dem Privatauto gebracht. Das dauert meist länger als ein Transport im Krankenwagen und es fehlt die Akutbehandlung während der Fahrt, so wie sie im Notarztwagen möglich ist.

Sind die Patienten aber erst einmal in der Klinik, werden sie nach den Angaben im Register fachgerecht versorgt. Die meisten Krankenhäuser orientieren sich demnach an den medizinischen Leitlinien für die Infarktbehandlung. Diese empfehlen, Blutgerinnsel sofort mit Medikamenten aufzulösen. Ist das nicht möglich, sollte ein Katheter eingeführt werden, um so den Blutpfropf zu beseitigen. Bei 60 Prozent der Patienten kann das verschlossene Gefäß mit diesen Methoden wieder geöffnet werden, wie das Herzinfarktregister zeigt. Thimme: "Die Berliner Behandlungsergebnisse sind heute genauso gut wie die in anderen deutschen Städten."

Für Heinz Theres, Kardiologe an der Charité, bietet das Register noch einen weiteren Vorteil. "Kliniken können sich miteinander vergleichen und wissen, wo sie stehen", sagt er. Möglicherweise hat das zu den besseren Behandlungsergebnissen in Berlin beigetragen. So ist die Zahl der Todesfälle unter den Herzinfarktpatienten in den vergangenen drei Jahren von 13 auf 10 Prozent gesunken. Auch die Lebensqualität der Patienten konnte verbessert werden: Vor drei Jahren mussten Infarktpatienten im Schnitt 15 Tage im Krankenhaus bleiben, inzwischen sind es nur noch 11 Tage.

Eckart Frantz, Chefarzt für Innere Medizin am St.-Josephs-Krankenhaus in Potsdam, zweifelt jedoch an der Aussagekraft des Berliner Registers. Schließlich fehlten die Daten dreier großer Kliniken. "Von den vier kardiologischen Abteilungen der Universitätskliniken stellt nur die Charité Mitte Daten zur Verfügung", sagt Frantz.

Hinzu kommt, dass das Register nur Informationen über jene Patienten enthält, die auf einer Intensivstation behandelt werden. Es fehlen beispielsweise diejenigen, die vor der Einlieferung ins Krankenhaus starben. "Für die erfassten Patientengruppen ist das Register aber durchaus aussagekräftig", kontert Thimme. "Wir wollen es deshalb weiterführen und würden es auch gern ausbauen."

Das aber könnte am Geld scheitern. Bisher tragen der Senat, die Berliner Ärztekammer, die Technische Universität und einige private Sponsoren das Projekt. Gesichert ist die Finanzierung nur bis Ende des Jahres. Die Krankenkassen seien zwar an den Ergebnissen des Registers interessiert, wollten aber nicht dafür zahlen, sagt Thimme. Er fordert: "Wir brauchen dringend ein verlässlich finanziertes Zentrum, das bundesweit die Ergebnisse von Behandlungen dokumentiert und auswertet."

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Hertha Nathorff-Preis 2002 ging zwei Mal an das Berliner Herzinfarkregister e.V.

 

Seit 1995 verleiht die Ärztekammer Berlin jährlich den Hertha Nathorff-Preis für die besten Magisterarbeiten im TU-Ergänzungsstudiengang Public Health. Der mit insgesamt 2.500 € dotierte Preis ist nach der jüdischen Ärztin Hertha Nathorff benannt. In diesem Jahr sind unter den Preisträgern 2 Ärzte, die auf der Basis der Daten des Berliner Herzinfarktregisters ihre Magisterarbeiten verfasst haben.

1. Preis Dr. med. Birga Maier (Preisgeld 1.200 €)
Zusammenhang zwischen Herzinfarktmortalität und Akutbehandlung der Herzinfarktpatienten des Berliner Herzinfarktregisters.

Die Ärztin und Soziologin Dr. med. Birga Maier hat sich in ihrer Abschlussarbeit mit der stationären Akutversorgung der Herzinfarktpatienten in Berlin beschäftigt. Sie verglich anhand der Daten des Berliner Herzinfarktregisters die Krankenhaussterblichkeit von Patienten, die unterschiedlich gefäßwiedereröffnend therapiert wurden. Zudem ging sie der Frage nach, welchen Einfluss eine medikamentöse Begleittherapie (mit ASS, Beta-Blockern, ACE-Hemmern) neben der wiedereröffnenden Therapie auf die Krankenhaussterblichkeit hat. Mit der Arbeit konnte gezeigt werden, dass eine gefäßwiedereröffnende Therapie die Krankenhaussterblichkeit der Herzinfarktpatienten verringert. Von untergeordneter Bedeutung war dabei die Form (PTCA oder Thrombolyse) der angewandten Therapie. Entscheidend war vielmehr der Einsatz der medikamentösen Begleittherapie, durch die die Krankenhaussterblichkeit entscheidend gesenkt und die Prognose der Herzinfarktpatienten verbessert werden konnte.

3. Preis: Sören Pest (Preisgeld: 500 €)
Einfluss der Krankenhausstruktur auf die Behandlungsergebnisse des akuten Myokardinfarktes - eine Multilevelanalyse der Daten des Berliner Herzinfarktregisters.

In seiner Studie untersuchte der Arzt Sören Pest den Einfluss der Krankenhausstruktur auf die Behandlungsergebnisse des akuten Myokardinfarktes. In einer Multilevelanalyse der Daten des Berliner Herzinfarktregisters separierte er mit einem neuen statistischen Verfahren (Multilevelanalyse) die Unterschiede und deren Einfluss auf Indikatoren der Ergebnisqualität. Als erste Ergebnisse dieser Analyse konnten insbesondere Unterschiede in der Patientenstruktur hinsichtlich Komorbidität und Schweregrad des Myokardinfarktes der Patienten in den einzelnen Berliner Kliniken ("Case-Mix") als wichtigste Einflussgrößen auf die stationäre Versorgungsqualität herausgearbeitet werden. Nach deren statistischer Kontrolle ("Risikobereinigung") ließ sich dagegen kein signifikanter Unterschied in der Qualität der akut-stationären Versorgung des Myokardinfarktes in den einzelnen Berliner Kliniken nachweisen.

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Ausschnitt aus "Berliner Ärzte", 1/99:

Berliner Herzinfarktregister wird aufgebaut

Nach neuesten Angaben des Public Health-Zentrums der Technischen Universität (TU) Berlin werden pro Jahr etwa 3000 Herzinfarktpatienten in Berliner Kliniken versorgt. Mit dem Ziel, in diesem Bereich die Qualitätssicherung zu verbessern und die Evaluationsmethoden zu verfeinern, entsteht an der TU in Kooperation mit der Ärztekammer Berlin ein Berliner Herzinfarktregister". Ein entsprechender Kooperationsvertrag soll jetzt abgeschlossen werden. Die Kammer unterstützt das Register mit einer Anschubfinanzierung von 15 000 Mark. Das Projekt, das am Institut für Gesundheitswissenschaften im Arbeitsbereich von Professor Dr. Harvey Brenner angesiedelt ist, läuft ab Januar 1999 über einen Zeitraum von zunächst drei Jahren. Den teilnehmenden Kliniken soll das Register dabei zur internen Qualitätskontrolle dienen; mit Hilfe des _Datenvergleichs sollen Diagnostik und Therapie von Herzinfarktpatienten verbessert werden. Erfaßt werden Informationen zur klinischen Manifestation des Herzinfarkts, zu Risikofaktoren, Begleiterkrankungen, Diagnose- und Therapiestrategien, Komplikationen und zum Behandlungsergebnis. "Das Register ist eine sehr gute Sache. Langfristig würden wir uns aber wünschen, daß ein Fachgremium der Kammer eine Bewertung der Daten vornehmen kann" sagte Christa Markl vom Fachbereich Qualitätssicherung an der Ärztekammer Berlin.

20 Berliner Krankenhäuser haben sich bis heute zur Mitarbeit bereiterklärt. Im jüdischen Krankenhaus wurde der Erhebungsbogen einem ersten Pretest unterzogen. Zur Planung, Organisation und praktischen Umsetzung wurde eine Steuerungsgruppe eingesetzt. Daran sind Professor Klaus-Peter Schüren (KHS Moabit), Professor Walter Thimme (Humboldt-Krankenhaus), Professor Eckart Fleck/Dr. Frantz (DHZB), Professor Gert Baumann/Dr.H. Theres (Charité-Mitte), Dr. Günther Jonitz (Ärztekammer Berlin), Dr. Sebastian Ziller (TU Berlin) und Projektmanager Gerd Kallischnigg (TU Berlin) beteiligt. Kontakt über Herrn Kallischnigg, Tel. 3147-9423, Fax9472.

(nach oben)

Ausschnitt aus den "Kardiologischen Nachrichten", 06/99:

Heftiger Disput um Kosten und Erfolg der Herzinfarkttherapie in Berlin
Thrombolyse oder Katheterbehandlung?
In einer Pilotstudie wird die Qualität der Versorgung von Herzinfarktpatienten untersucht - und verglichen.

In Berlin ist die Krankenhauswelt ins Wanken geraten: Rund 4500 Betten sollen dem Rotstift geopfert werden. Bis zum Jahr 2005 sind Einsparungen von 780 Millionen Mark vorgesehen. In dieser Situation will es die Technische Universität Berlin genau wissen: In Zusammenarbeit mit der Ärztekammer und der Krankenhausgesellschaft hat sie begonnen, ein Herzinfarktregister aufzubauen. Es orientiert sich an den von der WHO initiierten Registern in Augsburg und Bremen im Rahmen des MONICA-Projektes und formuliert im wesentlichen drei Fragen:

Zunächst kann mittels des Registers nur die erste Frage beantwortet werden. Eine Erweiterung um die anderen beiden Bereiche ist geplant. "Fast alle Berliner Kliniken sind mittlerweile an der Arbeit beteiligt", sagt Projektleiter Dipl.-Math. Gerd Kallischnigg, Institut für Gesundheitswissenschaften der TU Berlin. "Über einen Vergleich der Behandlungsdaten mit wissenschaftlich anerkannten Therapiestrategien ist es möglich, die Behandlungsqualität einzuschätzen." Die Auflistung entsprechender epidemiologischer Daten wird seit Januar 1999 an einem geschätzten Patientenkollektiv von 3000 Fällen pro Jahr in 34 Berliner Kliniken durchgeführt.....

(nach oben)

Ausschnitt aus der "Berliner Zeitung" vom 26.4.2000:

Wer erleidet wann einen Herzinfarkt

Berliner Kliniken bewerten Daten von 1500 Patienten

Eine Forschungsgruppe der Technischen Universität (TU) Berlin hat jüngst die ersten Ergebnisse des "Berliner Herzinfarktregisters" vorgestellt. Das im Januar 1999 begonnene Projekt soll unter anderem zeigen, wie sich Alter, Geschlecht, Lebensgewohnheiten und Vorerkrankungen auf die Herzinfarktsterblichkeit auswirken. Das sagte der Leiter der Studie, Harvey Brenner, Professor am Institut für Gesundheitswissenschaften der TU.

Für das Jahr 1999 wurden die Daten von rund 1500 Infarktpatienten ausgewertet. Alter und Geschlecht spielten demnach eine große Rolle: Doppelt so viele Männer wie Frauen erlitten eine Herzattacke. Männer traf es dabei zehn Jahre früher als Frauen, nämlich im Durchschnitt mit 62 Jahren, berichteten die Forscher. Weibliche Infarktopfer hatten in der Studie geringere Überlebenschancen als männliche - die Wahrscheinlichkeit, an einer Herzattacke zu sterben, nimmt mit dem Alter zu. Raucher wiederum überlebten einen Infarkt überdurchschnittlich häufig, denn das Ereignis traf sie den Daten zufolge schon mit 52 zehn Jahre früher als Nichtraucher.

Neben dem Zigarettenkonsum erhöhten ungünstige Cholesterinwerte und ein zu hoher Blutdruck das Infarktrisiko. Mehr als die Hälfte aller Betroffenen litt vor dem Infarkt unter einer Herz- oder Nierenschwäche oder hatte schon einen Herzanfall hinter sich. Die meisten Infarktpatienten wurden im Rettungswagen in die Klinik eingeliefert; 12 Prozent gingen jedoch mit ihren Beschwerden zum Hausarzt. "Dieser Anteil ist zu hoch", urteilte Brenner. Die Bevölkerung müsse besser über die Infarktsymptome aufgeklärt werden.

Das "Berliner Herzinfarktregister" soll andere deutsche Herzanfall-Studien ergänzen, wie etwa die von 1996 bis 1998 bundesweit vorgenommene MIR-Studie. Am Berliner Projekt beteiligen sich den Forschern zufolge 26 Kliniken (frb.)

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